„Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle anderer Menschen (…).” Quelle: wikipedia.de

Willkommen im Zeitalter der Empathie.
In meiner gefühlten Heimatstadt Frankfurt bezeichnet man mit „Stoffel“ umgangssprachlich eine Person, die schweigsam, schwer zugänglich, nach außen hin unemotional sowie oft und gerne mürrisch ist. „Du alter Stoffel!“ sagt man zu ihr, wenn sie sich einfach nicht aus der Reserve locken lassen oder sich partout nicht am Kollektivgeschehen beteiligen will.

Da, wo es aufgrund einer entsprechenden Aufgabenstellung sinnvoll erscheint, stelle ich mir vor, genau diesen Menschen mit der von mir zu entwickelnden Kommunikationsmaßnahme „knacken“ zu müssen. Denn „empfangsbereite“ Adressaten kann man ja vergleichsweise einfach interessieren.

An den Typus „Will ich nicht, brauch ich nicht, gehnse weg!“ kommt man hingegen nur heran, wenn man über eine Eigenschaft verfügt, die über die Entwicklung faktischer Argumente und über herkömmliche Emotionalität hinausgeht: Empathie. Je mehr man davon hat, desto besser.

Warum auch immer, hat mir der große Gasförmige eine ziemlich große Portion davon zugeteilt und mitgegeben. Ob im Privaten oder im Job: Einfühlungsvermögen, die Identifikation, die Betrachtung und – wichtig – die Respektierung derjenigen Motivationen, die eine bestimmte Ansicht oder ein bestimmtes Verhalten bei einer anderen Person auslösen, lassen mich viel schneller viel intensiver mit dieser Person kommunizieren und Vertrauen generieren. Dabei ist es grundsätzlich irrelevant, ob man die Befindlichkeiten einer anderen Person teilt oder ob sie zur eigenen Sicht der Dinge passen. Man hat sie zu respektieren, dem Gegenüber asap Verständnis zu signalisieren und entsprechend, zur Lösung des Problems, zu agieren. „Es ist so toll mit dir zu reden“ habe ich schon oft gesagt bekommen.

Mir ist klar, dass das alles etwas schwülstig klingt. Doch auf beruflicher Ebene kenne ich nicht allzu viele Menschen, die über ein höheres Maß an Empathie verfügen. Sorry, man kommt viel ‘rum und sieht viel.
Die Verknüpfung meiner beruflichen Skills mit meiner Fähigkeit zur Empathie generiert für meine Kunden große Vorteile, das beweisen diese Kundenstimmen. Ich empfinde Empathie als Instinkt.

Zeit für Gefühle.
Eine in diesem Kontext extrem wichtige Erfahrung war meine Arbeit für ROBINSON. Nein, (leider noch) nicht in einer Agentur auf diesem Etat, sondern tatsächlich in einem ROBINSON Club, als das, was man mal „Animateur“ nannte. An der Gästefront. Nein, nicht im Ringelanzug – diese Zeiten sind, zumindest beim Marktführer für Premium-Cluburlaub, schon lange vorbei … fast 😉 . Jedenfalls ist man als Entertainer so oder so 24/7 direkt am Gast. Wiederum nein, nicht, was Sie jetzt denken, sondern in der Funktion als Gastgeber. Für die Gäste (in jenem Club waren es im Durchschnitt beständig ca. 500-550) ist man de facto permanenter Ansprechpartner, für jede Befindlichkeit und für jedes Thema. Man ist Zuhörer, Versteher, Lösungsgenerierer, „Freund“ und oft, sehr oft, Therapeut – alles in Einem und für die Dauer des Aufenthalts der betreffenden Personen. Und sind sie abgereist, kommen sofort die nächsten. A loop is a loop is a loop. Doch das macht riesigen Spaß und ist unglaublich interessant. Ein Mekka für Verhaltensforscher.
Kurz, Sie können mir glauben: In jenen 15 Monaten, und auch in den darauf folgenden fünf Jahren als punktuelle Saisonverstärkung, habe ich so viel gesehen und gehört, dass es für zwei Leben reicht. Mehr dazu in Teil 2.

Das für mich besonders Interessante während dieser Zeit: Man schult und perfektioniert die Beobachtungsgabe, man verfeinert die Sensorik für menschliche Befindlichkeiten. Man kommuniziert mit dem Menschen, für den Menschen, aus dessen Perspektive heraus. Das Entscheidende: Man lernt, Menschen zu lesen. Eine Fähigkeit, die mir beruflich mehr als zugute kommt.
Ich erkenne Gefühle bei mir selbst und bei anderen, setze die eigenen kalkuliert ein und kann so die der anderen manipulieren.

Das Wissen, welche „Knöpfe“ man bei welchem Typ Mensch drücken muss, resultiert also aus permanenten Perspektivenwechseln, auf Basis großer Empathie.

Warum nicht gleich so …
Ich rezipiere jedes Detail bei jedem Kundenprojekt in jedem noch so kleinen Entwicklungsschritt mit der Sensorik der Zielgruppe und überprüfe es dadurch auf Relevanz. Das hat sich x-fach bewährt.
Und es klingt irgendwie selbstverständlich, das zu tun, aber es ist nicht selbstvertsändlich bzw. es gelingt oft einfach nicht. Sonst würden ja nicht regelmäßig diverse Skurrilitäten über den Bildschirm, durchs Radio und durch diverse Printtitel geistern, bei denen man aus dem Staunen nicht mehr raus kommt. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Und, ebenso klar: Es gibt 1001 Gründe, warum etwas so wurde, wie es ist. Doch letztlich geht es bei allen Projektbeteiligten ums Geld, darum, Budgets maximal effizient zu nutzen.
Ich höre immer „Wir haben kein Budget mehr“, „Das gibt das Budget nicht her“ etc. Den jeweiligen Wahrheitsgehalt mal dahingestellt, sollte man doch genau deswegen alles daransetzen, jedes Budget optimal zu nutzen – von Projektbeginn an. Budgets implodieren ja nicht plötzlich, sondern sie schrumpfen gen Projektende oft deshalb, weil Geld zuvor recht bedenkenlos verschwendet wurde. Schließlich ist das Portmonnaie anfangs ja gut gefüllt. Dieser Habitus ist bedenklich. Denn er ist nicht nachhaltig, nicht für die Agentur und nicht für den Kunden.

Ich persönlich garantiere meinen Kunden vom ersten Moment an konsequente Zielgerichtetheit zur Generierung maximaler Effizienz. Auf Basis erstaunlicher Empathie 🙂


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